Gut zu wissen…

Funktionsweise

Planetengetriebe (PLGs) funktionieren wie sie heißen: in der Mitte befindet sich das Sonnenrad, das vom Motor angetrieben wird. Es überträgt seine Bewegung auf drei umlaufende Planeten­räder, die eine Stufe bilden. Sie sind auf den Lagerbolzen eines Planeten­trägers angeordnet. Jeweils der letzte Planetenträger ist mit der Abtriebswelle fest verbunden und sorgt so für die Kraft­über­tragung am Abtrieb. Außen laufen die Planetenräder in einem Getriebegehäuse mit Innenverzahnung, dem so genannten Hohlrad.

Eigenschaften

An- und Abtrieb sind koaxial angeordnet. Die Wellen drehen gleichsinnig. PLGs sind geeignet für Links- und Rechtslauf, Wechsel-, Dauer- und Aussetzbetrieb und zeichnen sich durch einen hohen Wirkungsgrad aus. Die kompakte Bauform bietet eine im Verhältnis zu anderen Getriebebauarten große Leistungsdichte und eine hohe Drehmomentübertragung bei kleinstem Bauraum.

Abtriebsmoment

Das Abtriebsmoment ist bei der Auswahl eines Planetengetriebes die wichtigste Größe. Die Untersetzung reduziert die relativ hohe Motordrehzahl auf eine niedrigere Abtriebsdrehzahl. Dabei erhöht sich das Abtriebsmoment im umgekehrten Verhältnis.

Anschlussflansche

Hier zeigt sich die Flexibilität der PLG-Hersteller. Die IMS Gear-Planetengetriebe können grundsätzlich an alle (!) Motoren angepasst werden. An- und abtriebsseitig sind individuelle Lösungen möglich.

Belastung am Abtrieb

Da verschiedene Hersteller unterschiedliche Messmethoden anwenden, ist bei einem Vergleich besondere Aufmerksamkeit geboten. Gerne errechnen wir für Ihren speziellen Anwendungsfall die maximale Axial- und Radialbelastung unter Berücksichtigung sämtlicher Parameter. Auch höhere Belastungen sind durch konstruktive Maßnahmen möglich. Bitte sprechen Sie uns an.

Betriebsdynamik

Hohe Betriebsdynamik wird erreicht durch niedrige Trägheitsmomente, Leichtlauf und geringen Verschleiß. IMS Gear Planetary Gears verwendet, wo immer sinnvoll und möglich, Kunststoff statt Metall für die Planetenräder. Dadurch ergeben sich niedrige Trägheitsmomente. Leichtlauf erzielen wir im Bedarfsfall durch hochwertige Nadel­lager oder günstige Reibwerte zwischen Metall und Kunststoff, geringen Verschleiß durch eine spezielle Verzahnungsauslegung und durch die Verwendung von Kunststoffrädern. Der IMS Gear-typische Materialmix gewährleistet eine hervorragende Betriebs­dynamik.
siehe auch Kugellager

Betriebsfaktor cB

Der im Katalog genannte Betriebsfaktor cB = 1,0 bezieht sich auf eine konstante Drehrichtung, keine Stoßbelastung und eine Betriebsdauer von 3 Stunden pro Tag.

Betriebstemperatur

Der Einsatztemperaturbereich ist abhängig von Material und Schmierung. Unsere ­reinen Metallversionen mit Standard­­schmierung liegen zwischen −30° und +120° C, die PK-Reihen aus Kunststoff ­zwischen −15° und +65° C.

Dichtungsmaßnahmen

Die Schutzarten sind nach DIN EN 60529 definiert. Getriebe der IMS.baseline haben folgende Schutzarten:
Getriebe mit Sinterlagern: IP 40
Getriebe mit Kugellagern (2 RS): IP 53
Auf Wunsch erhalten Sie abtriebs- und motorseitig Dichtungen, mit denen Sie auch höhere Schutzarten realisieren können.

Einbaulage

Bedingt durch die Fettschmierung kann das IMS Gear Planetengetriebe in jeder beliebigen Einbau­lage eingesetzt werden. Bei vertikal ausgerichtetem Abtrieb können zusätzliche Dichtungsmaßnahmen auf An­frage vorgesehen werden.

Getriebespiel

Das Getriebespiel hängt von vielen Faktoren ab: Belastungsart, Stufenzahl, Lagerung, Ausführung oder Materialkombination. Bei einem Vergleich verschiedener Hersteller ist zu beachten, dass es auch hier keine genormten Messmethoden gibt.

Kugellager

Standardmäßig ist der Außenring des Kugellagers im Lagerflansch als feste Passung und der Innenring auf der Abtriebswelle als lose Passung ausgelegt. Bei Bedarf kann auch eine andere Auslegung vorgenommen werden.

Lebensdauer

Abhängig von den Umgebungsbedingungen sowie den Betriebsdaten des Antriebssystems beträgt die Lebensdauer eines PLG zwischen 200 und 15.000 Stunden. Die Vielfalt der Anwendungsmöglichkeiten erlaubt keine allgemeingültige Lebens daueraussage.

Lieferumfang

Von IMS Gear Planetary Gears erhalten Sie das Getriebe mit jedem Motor Ihrer Wahl komplett zusammengebaut und geprüft oder einzeln mit Motorritzel zur Selbstmontage.

Schmierung

Unsere PLGs sind mit Fett geschmiert und damit auf Lebensdauer wartungsfrei. Je nach Anforderungsprofil wählen wir aus mehr als zehn Möglichkeiten den optimalen Schmierstoff aus.

Low Noise-Getriebe

Um ein optimales Geräuschverhalten zu erzielen, müssen erhöhte Anforderungen bezüglich Rundlauf und Planschlag des Motorlagerschildes, -flansches und -welle erfüllt werden. Durch die Schrägverzahnung wirken axiale Kräfte auf die Motorwelle. Hier ist auf eine ausreichende Dimensionierung der Motorwellenlagerung zu achten. Um der fettfördernden Wirkung der Schrägverzahnung zu begegnen, bieten sich Radialwellen­dichtringe oder abgedichtete Motorlager an.

Überlastmoment

Unter dem maximalen Überlastmoment (Stoßbelastung) versteht man die kurzfristige Überhöhung des zulässigen Abtriebsmoments, z. B. beim Anlauf eines Motors. Bei PLGs aus Kunststoff ist max. Überlastmoment gleich zulässiges Abtriebsmoment. Bei Kunststoff-Metall-Kombinationen oder Vollmetallversionen kann das max. Überlastmoment dagegen bis zum 1,5-fachen des zulässigen Abtriebsmoments betragen.

Untersetzungen

Ändert man die Zähnezahl von Sonnenrad und Planetenrädern, sind in einer Stufe verschiedene Untersetzungen möglich. IMS Gear Planetary Gears kombiniert die Untersetzungen in bis zu vier Stufen. Damit lässt sich eine enorme Vielfalt an unterschiedlichsten Getriebeanforderungen realisieren.

Wärmebehandlung

Die Gefügeumwandlung bei der Härtung der Metall-Einzelteile wirkt positiv auf Festigkeit und Verschleißverhalten der Getriebe. IMS Gear verfügt über eine eigene Härterei.Da auch die gesamte Metallfertigung im Haus ist, können wir unter verschiedenen härtbaren Stahlsorten auswählen.

Wirkungsgrad

Der Verzahnungswirkungsgrad berücksichtigt nur das Abwälzen des Zahnrades, der Getriebewirkungsgrad dagegen alle Verluste der gesamten Lagerung. Er ist zwangsläufig niedriger als der Verzahnungswirkungsgrad. Da es keine genormten Messmethoden gibt, ist bei einem Vergleich der Wirkungsgrade verschiedener Hersteller immer besondere Aufmerksamkeit geboten. Haben Sie an dieser Stelle besondere Anforderungen, dann sprechen Sie uns bitte an.

Alle Angaben sind Richtwerte. Abweichungen sind möglich und z. B. auf nicht genormte Prüf- und Messmethoden zurückzuführen. Bitte wenden Sie sich für ­detaillierte Informationen ­direkt an uns. Technische Änderungen grundsätzlich vorbehalten.